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Logistik-Indikator im zweiten Quartal 2012:

Logistikkonjunktur in Deutschland zieht wieder an


Gemeinsame Medieninformation vom 4. Juni 2012

   
ifw_logo_small.jpg Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel  
Bundesvereinigung Logistik
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Die deutsche Logistikkonjunktur hat sich nach drei Quartalen mit rückläufigen Klimawerten im Frühjahr wieder spürbar belebt. Dies geht aus der jüngsten Erhebung (Mai-Befragung) für den Logistik-Indikator hervor, den das Institut für Weltwirtschaft im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) berechnet.

Lageeinschätzung deutlich verbessert

Das Geschäftsklima konnte insgesamt um 8,5 Zähler auf 132,2 Punkte zulegen. Hierzu hat vor allem eine gegenüber der Winterbefragung deutlich verbesserte Lageeinschätzung beigetragen. Diese hat um knapp 14 auf 142,5 Indexpunkte zugelegt und konnte damit den jüngsten Einbruch fast wettmachen. Die Erwartungen hellten sich leicht um 3,1 auf 122 Zähler auf. Damit stehen die Zeichen in der deutschen Logistikwirtschaft wieder deutlicher auf Expansion. Geprägt wird die Aufwärtsentwicklung maßgeblich von der Anbieterseite (Logistikdienstleister), deren Klimawert kräftig um 15,2 Punkte auf 133,1 anzog, während die konjunkturelle Einschätzung bei den Logistikanwendern in Industrie und Handel – ausgehend von einem bereits deutlich höheren Vorquartalswert – praktisch stagnierte (neuer Indexstand: 131,4). „Die deutsche Wirtschaft – und mit ihr die Logistik – erfreut sich einer sehr positiven Sonderkonjunktur. Sie ist derzeit eine Stabilitätsinsel mitten in einem Meer von Unsicherheit“, sagte Prof. Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der BVL, zum Ergebnis der aktuellen Erhebung. „Es ist zu hoffen, dass der gegenwärtige Schwung ausreicht, um die nächsten Stürme zu bestehen.“

Logistikanbieter: Auftragslage überwiegend gut, weitere Verbesserung erwartet

Die konjunkturelle Aufhellung auf der Anbieterseite zeigt sich sowohl in einer günstigeren Lageeinschätzung (Anstieg um fast 19 Punkte) als auch in optimistischeren Erwartungen (plus 11,5 Punkte). Alle Lagekomponenten haben sich deutlich verbessert. Die Kapazitätsauslastung hat das Normalniveau wieder überschritten und per Saldo bezeichnen mehr als die Hälfte der Befragten die Auftragslage als gut. Insbesondere der Auftragseingang aus dem Ausland hat kräftig angezogen. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate wird mit einer weiter verbesserten Auftragslage gerechnet. „Die aufgehellten Geschäftserwartungen schlagen sich in einer merklich höheren Investitionsbereitschaft nieder, während die Einstellungsbereitschaft etwas weniger stark aufwärts gerichtet ist als noch im Winter“, so IfW-Konjunkturforscher Dr. Stefan Kooths, der die Berechnung des Indikators betreut.

Logistikanwender: zwar bessere Lageeinschätzung, aber getrübte Erwartungen

Das nur geringfügig verbesserte Geschäftsklima bei den Logistikanwendern ist das Ergebnis einer gegenläufigen Entwicklung von Lage- und Erwartungskomponente. Einer um fast 9 auf 147 Punkte verbesserten Lageeinschätzung steht eine Erwartungseintrübung um gut 5 auf 115,7 Zähler gegenüber. Damit ist die Diskrepanz zwischen guter Lage und gedämpftem Optimismus wieder ähnlich ausgeprägt wie vor einem halben Jahr. Noch deutlicher als die Anbieterseite haben die Anwender ihre Einstellungspläne revidiert; diese sehen für die kommenden 12 Monate keine Personalaufstockung mehr vor. Auch wenn die Anwender – ähnlich wie die Anbieter – hinsichtlich der zukünftigen Logistikbedarfe eine deutliche und gegenüber der Befragung im Winter noch kräftigere Expansion erwarten, so passt ihr sehr verhaltener Ausblick auf die allgemeine Geschäftsentwicklung derzeit nicht zu dem von den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten erwarteten Eintritt der deutschen Volkswirtschaft in eine Hochkonjunkturphase.

Antworten auf Sonderfrage unterstreichen hohen Stellenwert der Infrastruktur für die Logistik

Die im Rahmen der Sonderfrage eruierte Experteneinschätzung hat die herausgehobene Bedeutung von Infrastrukturen für Logistikleistungen bestätigt. „Erweiterungs- und Erhaltungsinvestitionen in Netzinfrastrukturen sind für fast etwa 60 Prozent der Befragten wesentlich für ihre Geschäftsentwicklung. Etwa ein weiteres Drittel ist zumindest teilweise davon abhängig“, so IfW-Forscher Kooths. Das Rückgrat der deutschen Logistikwirtschaft sei mit großem Abstand das Straßennetz. Für gut 40 Prozent der Dienstleister und fast 50 Prozent der Anwender zähle es zu den zwei wichtigsten Infrastrukturen ihres Geschäftsmodells, gefolgt von Informations- und Telekommunikationsnetzen (24 Prozent bzw. 21 Prozent der Nennungen). Während für die Dienstleister das Schienennetz das zweitwichtigste Verkehrsnetz darstelle, sind es für Industrie und Handel die Wasserwege.

Methodik | Daten als Excel-Datei

Ansprechpartner:

Dr. Stefan Kooths
Prognosezentrum
Institut für Weltwirtschaft
Tel. +49 (30) 2067 9664 (Büro Berlin)
Tel. +49 (431) 8814-579 (Büro Kiel)

Ulrike Grünrock-Kern
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.
Tel. 0421 17 38 4-21

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Der Logistik-Indikator wird vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel für die Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) berechnet. Konstruktionsgemäß kann der Indikator Werte zwischen 0 und 200 annehmen, wobei ein Wert von 100 eine konjunkturelle Normalsituation kennzeichnet (befriedigende und stabile Geschäfts- und Auftragslage mit normaler Kapazitätsauslastung).
Diese Kommentierung fußt auf der bislang absehbaren Entwicklung der erhobenen Befragungskomponenten. Die Verdichtung zu den vorgestellten Gesamt- und Teilindikatoren ist auf der bisherigen Datengrundlage nur als erste Rechnung möglich. Das dem Indikatorkonzept zugrunde liegende Fragedesign zielt bei quartalsbezogenen Angaben auf eine Einschätzung der jahreszeitlich üblichen (um saisonale Effekte bereinigten) Werte ab. Gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass sich im Antwortverhalten noch Saisoneffekte niederschlagen. Diese können zukünftig (nach längerer Laufzeit des Indikators) statistisch herausgerechnet werden. Darüber hinaus sind zukünftig auch Untersuchungen zu den zeitlichen Vorlaufeigenschaften sowohl zur sektoralen als auch zur gesamtwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung möglich. Diese werden vom IfW durchgeführt, sobald die dazu notwendige Datengrundlage erreicht ist.