Sections
Personal tools
21.05.2013
 
 
Document Actions

EuroZone: Schuldenabbau bedingt Ausgabenkürzungen

Global Economic Solutions 2011/12 erschienen


ges-leiste.jpg


ges_logo.jpgMedieninformation vom 26. Juni 2012


Gütersloh, Kiel, 26.6.2012
. Die Krisenländer in der EuroZone sollten beim Abbau ihrer hohen Staatsverschuldung vorrangig auf Kürzungen der öffentlichen Ausgaben setzen. Um einen Einbruch der Nachfrage infolge einer solchen Konsolidierungspolitik zu verhindern, sollten die Krisenländer wirtschaftspolitische Maßnahmen ergreifen, die ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des Global Economic Symposiums (GES) 2011, die jetzt in den Global Economic Solutions 2011/12 veröffentlicht wurden.

Die internationale Gruppe von Experten und Entscheidungsträgern auf dem GES, zu der der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek, der StanfordProfessor Edward Lazear, der argentinische Ökonom Pablo E. Guidotti und der Chef der Boston Consulting Group, HansPaul Bürkner gehören, stärkt mit ihrer Analyse die Position der deutschen Bundesregierung, die Bundeskanzlerin Merkel und Bundesfinanzminister Schäuble auf dem EURatsgipfel am 28./29. Juni erneut in die europäische Diskussion einbringen werden.

Diese renommierte Gruppe beim Global Economic Symposium betont in ihrer Analyse die Bedeutung von Ausgabenkürzungen beim Schuldenabbau. Empirische Untersuchungen belegten, dass ein Schuldenabbau über die Erhöhung von Steuern deutlich hemmender auf das Wirtschaftswachstum wirken würde als staatliche Ausgabenkürzungen. Allerdings würden auch Ausgabenkürzungen die inländische Nachfrage beeinträchtigen und sollten daher durch eine Wachstumspolitik begleitet werden, die auf eine Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer abzielt. Effizienzsteigerungen in den nationalen Verwaltungen, eine Öffnung staatlich regulierter Märkte, anreizorientierte Reformen des Arbeitsmarktes und Investitionen in das Bildungssystem seien Instrumente, die die Wachstumskräfte in den Krisenländern der EuroZone nachhaltig stärken könnten. Die Experten und Entscheidungsträger warnen deutlich vor einer Instrumentalisierung der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Stärkung der Nachfrage in den Krisenländern. Die EZB habe die monetären Rahmenbedingungen für die gesamte EuroZone vorzugeben und könne daher nicht auf eine Nachfragestabilisierung in einzelnen Mitgliedsländern abzielen.

Organisiert wurde das Global Economic Symposium (GES) 2011 vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Bertelsmann Stiftung, in Kooperation mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Das GES 2012 findet vom 16.–17. Oktober 2012 in Rio de Janeiro statt.
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.globaleconomicsymposium.org und auf dem offiziellen GESBlog unter blog.globaleconomicsymposium.org.

Global Economic Solutions 2011/12

Ansprechpartner: Dr. Willi M. Scholz