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Die Zeiten der importierten Stabilität aus China sind vorbei


ifw_logo_small.jpg Medieninformation vom 7. November 2011


China steht in vielen Industrienationen für das Land des beinahe unendlichen und vor allem günstigen Arbeitsangebots. Diese extrem billige Produktion im größten Land Ostasiens hat die Preise für Konsumgüter in den Industrienationen in den vergangenen Jahren immer weiter sinken lassen. Dadurch hatten die Zentralbanken in diesen Nationen mehr Spielraum für eine expansive Geldpolitik, denn es war nicht zu befürchten, dass sich die allgemeinen Konsumgüterpreise durch eine leicht steigende Binneninflation erhöhen.

Diese Zeiten scheinen allerdings vorbei zu sein, wie die IfW-Wissenschaftler Klaus-Jürgen Gern, Björn van Roye und Joachim Scheide in ihrem aktuellen Kiel Policy Brief „Higher Inflation in China: Risks for Output and Inflation in Advanced Economies“ aufzeigen. Das Arbeitsangebot in China ist lange nicht mehr so elastisch wie noch vor einigen Jahren, und das begünstigt die dortige Inflation. Der Grund dafür sind unter anderem die steigenden Löhne: Die Arbeiter sind immer besser qualifiziert, es gibt neue Schutzgesetze für Angestellte, und auch in China ist das Arbeitsangebot begrenzt.

Mithilfe eines globalen ökonometrischen Simulationsmodells bekräftigen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse und zeigen, dass eine höhere Inflation in China nicht nur die Preisentwicklung in den Industrienationen beeinflusst, sondern auch deren realwirtschaftliche Produktion nicht unberührt lässt.

Vollständige Studie

Ansprechpartner: Dr. Klaus-Jürgen Gern, Björn van Roye, Prof. Dr. Joachim Scheide