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22.05.2012
 
 
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Währungsunion mitverantwortlich für griechische Schuldenkrise


ifw_logo_small.jpg Pressemitteilung vom 07. Juli 2010


Durch eine „Schuldenmechanik“ in der Währungsunion hat sich die Neuverschuldung Griechenlands und einiger anderer Länder der Euro-Zone im vergangenen Jahrzehnt fast zwangsläufig erhöht. Eine Fehleinschätzung dieser Mechanik und eine kurzfristige Klientelpolitik haben diese Staaten in der Folge in eine „Schuldenfalle“ geführt. Sie äußert sich in kontinuierlich steigenden Staatsschulden und nachlassender internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist das Kernergebnis einer Studie der IfW-Experten Matthias Baumgarten und Henning Klodt.

Die Mechanik liegt darin, dass ärmere Länder mit Eintritt in die Währungsunion eine längere Phase durchlaufen, in der sie durch negative Realzinsen zum Schuldenmachen animiert werden. Wenn die Staatskredite vorrangig in den Konsum fließen, geraten sie nahezu zwangsläufig in eine Schuldenkrise. Das Hauptproblem Griechenlands und Portugals liegt daher nicht beim Niveau der Staatsschulden, sondern bei den überzogenen Einkommenserwartung der Bürger, die Staatshaushalt und Arbeitsmarkt ständig überfordern.

Letztendlich können Länder, die auf diese Weise in die Schuldenfalle geraten sind, sich nur aus eigener Kraft wieder befreien. An einer Haushaltskonsolidierung und einer zurückhaltenden Lohnpolitik führt kein Weg vorbei. „Wenn der benötigte Primärüberschuss im Staatshaushalt steigt, helfen weder international koordinierte Makropolitiken noch Finanzmarktregulierungen noch Beistandskredite anderer Länder – das einzige, was hilft, sind entschlossene Korrekturmaßnahmen im eigenen Land“, betont Mitautor Henning Klodt.

Homepage Wirtschaftsdienst

Fachlicher Ansprechpartner:

Prof. Dr. Henning Klodt
Tel. 0431-8814-250