Die Welt braucht ein globales Klimaregime
Pressemitteilung vom 02. Juni 2010
- GESolutions 2009/10 jetzt veröffentlicht -
Jeder Ausstoß von Kohlendioxid sollte weltweit mittelfristig mit einem einheitlichen Preis belegt werden, der den Umweltkosten der Emission entspricht. Ein solcher Preis ließe sich sowohl durch die Einführung einer weltweiten Steuer auf Emissionen als auch durch den weltweiten Verkauf von Verschmutzungsrechten definieren. Die Einnahmen, die sich durch eine Steuer oder einen Verkauf von Rechten ergeben, sollten für Klimaschutzmaßnahmen verwendet werden.
Dies ist der Kernvorschlag zur Lösung der globalen Umweltproblematik, die eine internationale Expertengruppe im Rahmen des Global Economic Symposium (GES) 2009 erarbeitet hat. Zu der Expertengruppe gehören Lars G. Josefsson, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Vattenfall AB, Jiahua Pan, Geschäftsführer des Research Centre for Sustainable Development der Chinese Academy of Social Sciences, James P. Leape, Generaldirektor des WWF, Jorma Ollila, Vorsitzender von Royal Dutch Shell, Lirio A. Parisotto, Vorsitzender von Geração Futuro und als Moderatorin Fiona Harvey, Umweltkorrespondentin der Financial Times.
Gegenwärtig gibt es eine breite Palette von Instrumenten, die dazu beitragen sollen, den Schadstoffausstoß zu verringern. Sie reicht von mengenmäßigen Beschränkungen, Biokraftstoffquoten und technischen Bestimmungen („Glühlampenverbot“) bis hin zu freiwilligen Emissionsverringerungen. Die Expertengruppe hält diese Instrumente für unzulänglich, so lange sie nicht in der Lage sind, Konsumenten, Produzenten und andere Entscheidungsträger mit einem angemessenen Preis für den Schadstoffausstoß zu belasten. Denn nur ein Preis, der den Umweltkosten der verursachten Emission entspricht, gibt hinreichende ökonomische Anreize zu einem umweltbewussten Verhalten.
Da ein globaler Preis für den CO2-Ausstoß aus politischen Gründen wohl erst in der mittleren Frist realisierbar ist, empfiehlt die Expertengruppe, für die kurze Frist eine internationale Vereinbarung zur Reduzierung von Treibhausgasen abzuschließen. Eine solche Vereinbarung sollte alle bedeutenden Schadstoffproduzenten umfassen, also vorrangig die EU-Mitgliedsstaaten, die Vereinigten Staaten, Brasilien, Indien, China und Russland. Nach und nach sollten weitere Länder beitreten, um diese Vereinbarung schließlich zu einem globalen Abkommen auszubauen.
In den kommenden Jahrzehnten wird die Weltbevölkerung rasant ansteigen. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich zwischen acht und elf Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das Bevölkerungswachstum wird die Emissionen weiter in die Höhe treiben, daher sind Maßnahmen, die das Bevölkerungswachstum reduzieren, erforderlich. Die Länder müssen den Bevölkerungsanstieg begrenzen, indem sie in die Familienplanung eingreifen. Dies sollte durch Aufklärung und insbesondere mithilfe von Investitionen in Bildung und Arbeit für Frauen geschehen.
Das Global Economic Symposium 2009 wurde mit Unterstützung der Fielmann AG, der Wintershall AG und der Fielmann Akademie Schloss Plön gemeinsam vom Institut für Weltwirtschaft, dem Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein und der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) veranstaltet. Die Diskussionen über die Umweltpolitik der Zukunft werden auch auf dem Global Economic Symposium 2010 Thema sein, das vom 28.–29. September auf Einladung der türkischen Zentralbank in Istanbul stattfinden wird. Ein vollständiges Programm des Global Economic Symposiums 2010 finden Sie unter www.global-economic-symposium.org.