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Pressemitteilung des IfW vom 15. Juni 2009

 

Hauptsponsoren des GES:            fielmann ag                 wintershall

Globalisierungsverlierern mit Weiterbildungsgutscheinen helfen

Nicht erst die gegenwärtige globale Wirtschaftskrise hat es an den Tag gebracht: Die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen ist mit vielen Risiken verbunden und lässt nicht wenige Menschen als Verlierer dastehen, insbesondere jene Arbeitnehmer, deren Jobs an ausländische Standorte verlagert werden („Off-shoring“). Aber wie kann man den Betroffenen am besten helfen? Konkrete Vorschläge dazu hat eine internationale Expertengruppe während und im Gefolge des Global Economic Symposiums (GES) 2008 erarbeitet. Die beiden Kernvorschläge der Experten lauten: Globalisierungsverlierern sollte keinesfalls durch Schutzmaßnahmen für einzelne Unternehmen oder ganze Branchen geholfen werden, sondern stattdessen durch die Ausgabe von Weiterbildungs- und Einstellungsgutscheinen. Und: Zur Finanzierung dieser Maßnahme sollte man keinesfalls anreizschädliche, weil am Einkommen ansetzende Steuern erhöhen. Besser geeignet wären Steuern, welche die Arbeitsanreize nicht beeinträchtigen, wie z.B. CO2-Steuern.

Die Expertengruppe, der EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquín Almunia, der Chairman der Sonae Group, Belmiro De Azevedo, die Professoren Peter S. Heller, Johns Hopkins Universität, und Assar Lindbeck, Universität Stockholm, der Stellvertretende Direktor des Peterson Institute Adam Posen und Evan Davis von der BBC als Moderator angehören, betont, dass protektionistische Maß­nahmen für bedrohte Jobs oder Unternehmen langfristig in den seltensten Fällen helfen. Weiterbildungs- und Einstellungsgutscheine dagegen würden Unternehmen finanzielle Anreize bieten, Arbeitnehmer einzustellen bzw. nicht zu entlassen und innerbetrieblich weiterzubilden. Bei diesen Gutscheinen wird ein Teil der Löhne eingestellter Arbeitnehmer sowie der Kosten von unternehmensinternen Weiterbildungsmaßnahmen vom Staat getragen, es werden also jene Unternehmen subventioniert, die zum Abbau der Arbeitslosigkeit und zum Ausbau des Humankapitalstocks aktiv beitragen. Für Arbeitnehmer bieten diese Gutscheine neben dem Vermeiden der Arbeitslosigkeit an sich den Vorteil, dass ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nicht in erwerbslosen Phasen verlorengehen, sondern stattdessen am Arbeitsplatz an neue Aufgaben angepasst werden.

Die Experten betonen zugleich, dass man auf der Finanzierungsseite der Maßnahme strategische Fehler machen könne, wenn man sich die erforderlichen Mittel über Ein­kommenssteuern beschaffe. Denn dadurch würde man Anreize für meist viel mobilere Bezieher höherer Einkommen setzen, sich der Finanzierung durch Abwan­dern ins Ausland zu entziehen, und einen „Brain drain“ auslösen, also die beabsichtigte Wirkung der Gutscheine unterlaufen, den heimischen Humankapital­stock zu erhalten und auszubauen. Dagegen sei es im Sinne einer „doppelten Dividende“ zweckmäßig, zur Finanzierung der Gutscheine beispielsweise eine CO2-Steuer heranzuziehen. Dann bekämpfe man zugleich die negativen Umweltwirkungen.

Das Global Economic Symposium wird mit Unterstützung der Fielmann AG, der Wintershall AG und der Fielmann Akademie Schloss Plön gemeinsam vom Institut für Weltwirtschaft und dem Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein veranstaltet. Die Diskussionen über geeignete Strategien zur Milderung der Folgen der globalen Wirtschaftskrise werden auch im Rahmen des Global Economic Symposiums 2009 weitergeführt, das vom 9.–11. September in der Fielmann Akademie Schloss Plön statt­finden wird und sich der Fragestellung widmet, wie die Welt am besten aus der gegenwärtigen globalen Wirtschaftskrise herausfindet und wie die Welt nach der Krise aussehen wird. Ein vollständiges Programm des Global Economic Symposiums 2009 finden Sie unter www.global-economic-symposium.org.

Kontakt:

Für Fragen zum GES wenden Sie sich bitte an die Medienagentur des IfW:

Ludwig und Partner GmbH
Johnsallee 62
20148 Hamburg
Telefon 040 / 45 01 41-0
Fax 040 / 44 64 63
E-Mail: info@ludwig-partner.com

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