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Pressemitteilung des IfW vom 27. September 2007


 

EUROFRAME – European Forecasting Network

 

Economic Assessment of the Euro Area:
Forecasts and Policy Analysis

Das EUROFRAME – European Forecasting Network besteht aus zehn der renommiertesten Konjunkturforschungsinstitute Europas, darunter das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt es halbjährlich einen Bericht zur wirtschaftlichen Lage im Euroraum, der Konjunkturprognosen, eine regelmäßige Analyse der Wirtschaftspolitik sowie Analysen zu ausgewählten wirtschaftspolitischen Fragen beinhaltet.

Heute wird der EUROFRAME-EFN Herbstbericht 2007 veröffentlicht. Hier einige wichtige Kernaussagen des Berichts :

·  Der konjunkturelle Aufschwung im Euroraum hat im ersten Halbjahr 2007 etwas an Schwung verloren. Der Anstieg des realen Brutto­inlands­produkts verlangsamte sich im zweiten Quartal auf eine Rate von 0,3 Prozent, nachdem der Zuwachs im ersten Quartal mit 0,5 Prozent überraschend stark ausgefallen war. Allerdings besteht der Eindruck, dass die tatsächliche Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität im zweiten Quartal durch die Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung unterzeichnet wird.

·  Die konjunkturellen Aussichten sind derzeit offensichtlich durch die Ereignisse an den internationalen Finanzmärkten und die Unsicherheit über deren Auswirkungen auf die realwirtschaftliche Entwicklung überschattet. Gegenwärtig ist schwer abzuschätzen, in welchem Ausmaß und für wie lange sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Haushalte verschlechtern werden und in welchem Umfang das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern in die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt werden wird.

·  Im Bewusstsein erhöhter Prognoserisiken erwartet EUROFRAME-EFN gleichwohl, dass die wirtschaftliche Expanison im Euroraum in der zweiten Jahreshälfte 2007 kräftig bleiben und sich im kommenden Jahr und im Jahr 2009 nur moderat abschwächen wird. Im Gesamtjahr 2007 dürfte sich der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts auf 2,7 Prozent belaufen, in den beiden Folgejahren auf 2 ¼ Prozent. Dabei wird für Deutschland ein Produktionsanstieg von 2,2 Prozent im nächsten Jahr erwartet (diese Rate ist arbeitstäglich bereinigt; der in Deutschland üblicherweise betrachtete unbereinigte Wert beläuft sich auf 2,1 Prozent). Für 2009 werden 2,0 Prozent erwartet.

·  Vor dem Hintergrund der Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten diskutiert der Bericht eine Reihe von Risikoszenarien, insbesondere die möglichen negativen Auswirkungen einer Bankenkrise auf die Konjunktur. Die EUROFRAME-EFN Institute gehen zwar davon aus, dass es sich bei den gegenwärtigen Turbulenzen um ein kurzfristiges Liquiditätsproblem in Teilen des Bankensektors handelt. Die Auswirkungen einer solchen Episode auf die Konjunktur dürften, dies zeigen Simulationen mit einem makroökonometrischen Modell, gering sein, weshalb die Prognose für 2008 nicht wesentlich nach unten korrigiert wurde. Sollte es allerdings dennoch zu einer ausgewachsenen Bankenkrise kommen, wäre vermutlich eine längere Phase der Stagnation oder sogar eine Rezession die Folge. Eine solche Entwicklung müsste ihren Ursprung nicht in Europa haben, sondern könnte auch durch Ereignisse in den USA ausgelöst werden. Es wird als Aufgabe der US-Zentralbank, der EZB und der anderen europäischen Notenbanken betrachtet, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer solchen Krise kommt.

Besonderes Augenmerk richtet der Bericht der Lage an den Immobilienmärkten im Euroraum und der Frage, wie groß die Risiken sind, dass es zu einem starken Einbruch der Wohnungsbauaktivität kommt, wie er derzeit in den USA zu beobachten ist. Auf der Grundlage einer Betrachtung der fundamentalen Bestimmungsgründe für die Nachfrage nach Wohnraum wird der Schluss gezogen, dass eine ausgeprägte Korrektur in den großen Ländern des Euroraums mit der Ausnahme von Spanien derzeit wenig wahrscheinlich ist.

Der Bericht (in englischer Sprache) ist abrufbar unter:

Konjunktur aktuell

Fachlicher Ansprechpartner:

Dr. Klaus-Jürgen Gern
Tel. +49 (0) 431-8814-262