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19.06.2013
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Pressemitteilung des IfW vom 25. Januar 2007


 

Neue Wettbewerber aus Zentralasien?

In einer Untersuchung über „Central Asia’s Comparative Advantage in International Trade“ (Kiel Economic Policy Paper 6) gehen die Autoren Matthias Lücke und Jacek Rothert der Frage nach, welche Rolle die zentralasiatischen Länder Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan sowie Aserbaidschan und die Mongolei in der internationalen Arbeitsteilung spielen können. Muss auf den Weltmärkten mit ernsthaften Wettbewerbern aus Zentralasien gerechnet werden?

Die Analyse fällt ernüchternd aus: Als Standorte für arbeitsintensive Produktionen, wie sie vor allem aus westeuropäischen Industrieländern in die Reformländer Osteuropas und in asiatische Schwellenländer verlagert wurden, kommen die zentralasiatischen Staaten bislang kaum in Frage. In ressourcenreichen Ländern wie Kasachstan und Aserbaidschan sind die Löhne mittlerweile über dem Niveau von Wettbewerbern wie etwa China. Den ärmeren zentralasiatischen Ländern fehlt wiederum die Infrastruktur für kostengünstige Anbindungen an Verladepunkte zu den Weltmärkten. Die eingezwängte geographische Lage fernab von wichtigen Seehäfen erweist sich als schwerwiegender Standortnachteil.

Doch was ist die Perspektive dieser ehemaligen Sowjetrepubliken im Herzen Asiens? Diesen Ländern wäre schon geholfen, wenn es ihnen gelänge, die Fertigungstiefe ihrer Produktion zu erhöhen und damit das Image von reinen Rohstofflieferanten abzuschütteln. Zum Beispiel wäre es lukrativ, wenn statt unbearbeiteter Baumwolle verstärkt Weiterverarbeitungsprodukte wie etwa Garne, an die großen Textil­produzenten in China oder Hongkong geliefert würden. Gleiches gilt für die Ent­wicklung der Handelsbeziehungen mit Russland und anderen GUS-Ländern, wo ebenfalls ein großes Potential für hochwertigere Produkte aus Zentralasien zu vermuten ist. Hier könnten die noch aus Sowjetzeiten bestehenden Handelskontakte stärker als bisher genutzt werden. Gleichwohl legt die Analyse nahe, dass eine stärkere Sichtbarkeit der Länder Zentralasiens auf den Weltmärkten in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.

Fachlicher Ansprechpartner:

Dr. Matthias Lücke
Tel. 0431-8814-497