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Nr. 167    4. Juli 2014
von Joachim Scheide

 

Die Allmacht der EZB ist eine Illusion

Lange Zeit gab es einen „Konsens“ über die Rolle der Geldpolitik: Notenbanken können und sollen die Inflation niedrig halten, sie können aber letztlich nicht realwirtschaftlich bedingte Probleme lösen. Heute befinden sich wichtige Notenbanken auch sechs Jahre nach Ausbruch der Krise im Krisenmodus und betreiben eine Politik, die weit mehr Ziele verfolgt, als sie erreichen kann. So versucht die EZB, die Zinsstruktur zu manipulieren und soll zudem noch für die Finanzstabilität sorgen. Außerdem ist sie bemüht, die Konjunktur anzuregen und betreibt, auch um die wirtschaftliche Aktivität in den Krisenländern zu stützen, eine regionale Geldpolitik, indem sie unterschiedliche Anforderungen an notenbankfähige Sicherheiten stellt. Dies ist für eine Währungsunion ungewöhnlich und wäre zum Beispiel in den USA undenkbar. Mit den im Juni dieses Jahres beschlossenen Maßnahmen geht sie sogar noch weiter: Die „Targeted LTRO“ zielt darauf ab, Banken dazu zu bringen, Kredite an Unternehmen in bestimmten Segmenten außerhalb des Finanzsektors zu vergeben, was die Banken derzeit offenbar deshalb nicht tun, weil sie es eigentlich für zu riskant halten. Und schließlich hat die EZB angekündigt, alles zu tun, um den Euro zu retten.

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