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Nr. 168    23. Juli 2014
von Federico Foders

 

Argentinien erneut am Rande des Abgrunds

Die unbestrittenen Erfolge Argentiniens bei der Fußballweltmeisterschaft können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Vizeweltmeister dreizehn Jahre nach der größten staatlichen Insolvenz der Wirtschaftsgeschichte erneut am Rande des Abgrunds steht. Anders als in vielen anderen Schwellen- und Entwicklungsländern hat nicht die von der Fed angekündigte Wende in der Zinspolitik der Vereinigten Staaten die jüngste Flucht aus dem Peso motiviert. Die vielfachen Verfehlungen der argentinischen Wirtschaftspolitik seit 2001/2002 scheinen hier am Werk zu sein: Seit Jahren hat das Land eine zweistellige Inflationsrate, die derzeit inoffiziell auf 40 Prozent geschätzt wird, und die Devisenreserven sinken seit 2012 rapide. Trotz erheblicher Einfuhrrestriktionen erwirtschaftete das Land zuletzt den niedrigsten Exportüberschuss seit 2001 – und das bei anhaltend hohem Sojapreis auf dem Weltmarkt. Hinzu gesellt sich seit mehreren Monaten eine notorisch schwache Konjunktur. Die verschleppte Neuordnung der Auslandsschulden schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Land, das seit der Krise aus den globalen Kapitalmärkten weitgehend ausgeschlossen ist. Was ist (wieder einmal) schief gelaufen?

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