IfW-Fokus
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| Nr. 142 5. Juni 2013 von Mareike Lange und Ruth Delzeit |
Über die Debatte um indirekte Landnutzungsänderungen
Vor dem Hintergrund global hoher Lebensmittelpreise wird der Beitrag von Biokraftstoffen dazu kontrovers diskutiert. Dies hat die Diskussion über das Potenzial von Biokraftstoffen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen (THGE) erneut entfacht. Während fast alle Erzeugungspfade von Biokraftstoffen weniger Treibhausgase erzeugen als die Verbrennung fossiler Kraftstoffe verursacht, wird diese positive Treibhausgasbilanz von Kritikern der Förderung von Bioenergie in Frage gestellt, weil potenzielle indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) die Einsparungen wieder zunichtemachen sollen. Bei den Emissionen durch iLUC wird postuliert, dass die Produktion von Biokraftstoffen an anderen Stellen der Welt zu einer Ausweitung der für Nahrungs- und Futtermittel genutzten landwirtschaftlichen Fläche führt, die mit großen Treibhausgasemissionen verbunden sei und diese kausal den Biokraftstoffen angerechnet werden müssten. Die Europäische Kommission (EK) hat durch den Vorschlag einer neuen Direktive eine Reform ihrer Biokraftstoffregulierung vorgeschlagen, die unter anderem die Auswirkungen von indirekten Landnutzungsänderungen durch das europäische Biokraft-stoffmandat in der Treibhausgasbilanz berücksichtigen soll.