Weltwirtschaftlicher Preis 2007
| |
Motivation
Nominierungsverfahren
von links: Dr. h.c. mult. Helmut Schmidt, Prof. Dennis J. Snower, Ph.D., Dr. h.c. Ingvar Kamprad, Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein.
Prof. Dr. h.c. mult. Amartya Sen.
Der Weltwirtschaftliche Preis wurde am 17. Juni 2007 vom Institut für Weltwirtschaft, mit Unterstützung der Landeshauptstadt Kiel und der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein und im Beisein des Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Peter Harry Carstensen, verliehen.
Das Institut für Weltwirtschaft freut sich, dass es den diesjährigen Weltwirtschaftlichen Preis an
Dr. hc. mult. Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D. der Bundesrepublik Deutschland
Prof. Dr. h.c. mult. Amartya Sen, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, und
Dr. h.c. Ingvar Kamprad, Gründer des Möbel- und Einrichtungshauses IKEA,
verleihen durfte.
Weitere Fotos von der Preisverleihung
Fotos von der anschließenden Regattabegleitfahrt
Dr. h.c. mult. Helmut Schmidt, geboren 1918 in Hamburg, war Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1974-1982). Während seiner Amtszeit hatte er die Folgen der Ölkrise und des Zusammenbruchs des Systems fester Wechselkurse zu meistern. Auch im Kampf gegen den Terrorismus hat er seine Fähigkeiten als Krisenmanager bewiesen, als den er seit seinem Einsatz bei der verheerenden Hamburger Sturmflut (1962) bekannt geworden war. Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Valery Giscard d’Estaing schuf er die Grundlagen für die Europäische Währungsunion und die Errichtung der Europäischen Zentralbank. Seit 1983 ist Helmut Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“. In der Öffentlichkeit wird als mahnende Stimme für eine offene Gesellschaft und eine gerechte Wirtschaftsordnung wahrgenommen.
| Prof. Dr. h.c. mult. Amartya Sen, Ph.D., geboren 1933 in Indien, ist 1988 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden. In seiner Forschung hat er sich überwiegend mit dem Problem der Armut und mit Verteilungsaspekten befasst. Ihm ist es gelungen, marktwirtschaftliche Lösungen für die Überwindung der Armut und der Ungerechtigkeit mit der ethischen Dimension der Wirtschaftswissenschaften zu verbinden. Darüber hinaus hat er gezeigt, wie angeblich unlösbare Konflikte mithilfe seines ethischen Ansatzes der Ökonomie einer Lösung zugeführt werden können. Mit seiner Arbeit hat er die ökonomische Forschung maßgeblich beeinflusst, vor allem auf dem Gebiet der Wohlfahrtsökonomik, der Entwicklungspolitik, der Wirtschaftsethik und der Konflikforschung. | Dr. h.c. Ingvar Kamprad, geboren 1926, gründete mit nur 17 Jahren das Möbel- und Einrichtungshaus IKEA, das heute in 44 Ländern operiert und insgesamt 90 Tausend Mitarbeiter beschäftigt. Im Zeitraum von 1995 bis 2005 nahm der IKEA-Umsatz um 270 Prozent zu und erreichte die Marke von 14,8 Mrd. Euro. Eigentümerin des Unternehmens ist eine in den Niederlanden eingetragene Stiftung mit einem Vermögen von ca. 30 Mrd. Euro. Kamprad zeichnet sein unorthodoxer Führungsstil aus, mit dem er seine Mitarbeiter dazu motiviert, Möbel im begehrten skandinavischen Design zu produzieren und weltweit zu asiatischen Preisen anzubieten. Seine Management-Philosophie betont den Wert guter, ehrlicher, einfacher und harter Arbeit, aber auch flacher Hierarchien. |
Auf ihre individuelle Art spiegeln unsere Preisträger den Zielgedanken des Weltwirtschaftlichen Preises wider. Der Weltwirtschaftliche Preis soll eine kreative Stimme in der zum Teil karg und kümmerlich anmutenden öffentlichen Debatte um die Zukunft der Weltwirtschaft anklingen lassen. Sie ist weder die Stimme des erbarmungslosen, rücksichtslosen Wettbewerbs noch die Stimme der Kapitalismuskritik. Durch die Würdigung der außerordentlichen Leistungen unserer Preisträger, wollen wir dafür werben, dass eine auf ökonomischen Anreizen basierende Marktwirtschaft gleichzeitig die Effizienz und den sozialen Ausgleich befördern kann.
Weltwirtschaftlicher Preis 2011 / 2010 / 2009 / 2008 / 2006 / 2005
Kontaktperson: Prof. Dr. Federico Foders