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21.05.2012
 
 
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Aktuelle Projekte

Umwelt und natürliche Ressourcen - Bioenergie und Landnutzung

Global Assessment of Land Use Change on Greenhouse Gas Emissions and Ecosystem  Services

- Paradigm Shifts Modelling and Innovative Approaches

- Global Land Use Change

- Landnahmen und nachhaltige Entwicklung 

 

Global Assessment of Land Use Change on Greenhouse Gas Emissions and Ecosystem Services (GLUES)  

Bioenergie Feld

Das Projekt GLUES wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und innerhalb des Kiel Earth Institute (KEI) von IFM-GEOMAR und dem IfW bearbeitet. Ziel des Projektes ist es, die international fachübergreifend Zusammenarbeit in Forschungsprojekten durch die Kommunikation, Koordination und Integragion der Ergebnisse durch eine gemeinsame Datenplattform und die Entwicklung von einheitlichen Szenarien in Landnutzung, Klimawandel und sozioökonomischen Veränderungen zu unterstützen. Mehr         Informationene sind hier zu finden.

 

 

Paradigm Shifts Modelling and Innovative Approaches (PASHIMINA) 

PASHMINA ist ein innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission gefördertes Projekt. Zielsetzung des dreijährigen Projekts ist es zu zeigen, dass es möglich ist globale Änderungen mit einer Langzeitperspektive (2030-2050) zu analysieren. Das Projekt wird zunächst Methoden (neue Modelle und Indikatoren) entwickeln, die es ermöglichen Interaktionen zwischen Wirtschaft und Umwelt abzubilden. Diese Interaktionen beziehen sich auf einen Paradigmenwechsel im Bereich Energie-Transport-Umwelt, auf die globale Landnutzung sowie auf andere Raumfunktionen. Mehr Informationen sind hier zu finden.

 

Global Land Use Change

Das IfW ist Teil des vom WWF Deutschland und Meo Carbon Solutions geleiteten Projekts, “Global Land Use Change”. Weitere Projektpartner sind der WWF Indonesien, Brasilien, Kolumbien und USA sowie HCU Network Projekt. Das Projekt wird finanziell unterstützt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums zur Bewertung der Kosteneffizienz vorhandener Optionen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Voranbringung innovativer Modellprojekte für den Klimaschutz.

Emissionen aus Abholzung, Siedlung und intensiver Bewirtschaftung tragen zu einem erheblichen Teil der globalen Kohlenstoffdioxid Emissionen bei. Dabei sind Landumwandlungen in Weide- und Ackerland, Infrastruktur, Siedlungen und Brände für fast 20% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich (UN-REDD 2009). Das ist mehr als der weltweite Transportsektor und wird nur noch durch den Anteil des Energiesektors übertroffen. Insbesondere Brasilien und Indonesien sind mit 61% der globalen Emissionen aus Landnutzungsänderungen sogenannte “hotspots” dieser Entwicklung (Le Quéré et al. 2009).

Nichtsdestotrotz wird angenommen, dass mehr als die Hälfte des Kohlenstoffdioxids, das durch den Verbrauch von fossilen Energieträgern und Abholzung emittiert wird, von den Ozeanen und den terrestrischen Biosphären wieder aufgenommen und gespeichert wird. Demzufolge nehmen die weltweiten Wälder, Moore und natürlichen Grünflächen eine Doppelrolle für den Klimaschutz ein. Auf der einen Seite verhindert ihr Schutz die Emissionen weiterer großer Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre und damit die Beschleunigung des Klimawandels. Auf der anderen Seite trägt das Wachstum von Biomasse und Moorböden durch natürliches Nachwachsen und Aufforstung zu einer Speicherung von Kohlenstoff in diesen natürlichen Kohlenstoffsenken bei und damit zu einer Abmilderung des Klimawandels.

Vor diesem Hintergrund, ist es das angestrebte Projektziel, Mittel und Wege zu finden, Emissionen und Biodiversitätsverlust durch Landnutzungsänderungen zu reduzieren. Um die Auswirkung von Landnutzungsänderungen auf den Klimawandel zu reduzieren, sollten diese nicht unkontrolliert geschehen, sondern einer Landnutzungsstrategie unterliegen, die Emissionen aus Landnutzungsänderungen berücksichtigt. Solch eine Landnutzungsplanung lässt sich aber nur umsetzen, wenn Flächen mit einem hohen Kohlenstoffgehalt bekannt und identifiziert sind. Ein Ziel des Projektes wird daher die Erstellung von Kohlenstoffkarten der agrarischen Expansionsregionen der Untersuchungsländer Brasilien, Kolumbien und Indonesien sein.

Darüber hinaus wird eine Analyse der wichtigsten ökonomischen Treiber für Landnutzungsänderungen auf der Basis geographisch expliziter Daten durchgeführt werden. Ein Verständnis der zugrundeliegenden Landnutzungsdynamiken ist essentiell für die Schaffung effektiver, nationaler und internationaler Politikinstrumente zur Reduzierungen von Landnutzungsänderungen in sensitiven Gebieten.

Weitere Informationene sind hier zu finden.

 

Landnahmen und nachhaltige Entwicklung 

Im Zuge der Globalisierung entsteht neben globalen Agrarmärkten zunehmend auch ein Weltmarkt für Ackerböden beziehungsweise Produktionsstandorte. In Zeiten zunehmenden Klimawandels, einer wachsenden Weltbevölkerung, einer Umwandlung von Ackerflächen durch Urbanisierung und Industrialisierung, der zunehmenden Erzeugung von non-food-Produkten (Biomasse, Viehfutter, Baumwolle) und tendenziell steigender Preise für Agrarerzeugnisse werden bei gleichzeitig vergleichsweise niedrigen Landpreisen fruchtbare Böden für Investoren attraktiv. In jüngerer Zeit wird in Medienberichten vermehrt das Phänomen des so genannten ‚land grabbing’ thematisiert: Finanzstarke staatliche und private Investoren kaufen oder pachten langfristig ausgedehnte produktive Landflächen in Afrika, Osteuropa, Zentral- und Südostasien.

Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Konsequenzen von derartigen Investitionen sind umstritten. Einerseits ist die Agrarpolitik in vielen der betroffenen Länder vernachlässigt worden, so dass hoher Investitionsbedarf besteht, der von den Ländern selbst nicht hinreichend gedeckt werden kann. Andererseits sind in vielen Ländern die Nahrungsversorgung und die politische Lage instabil. Verträge können daher zu Lasten der lokalen Bevölkerung gehen. Die Produktivität und die Nachhaltigkeit der Böden werden durch die Art der Landnutzung beeinflusst - eine unangepasste Nutzung kann zu Bodenverlust, steigenden Treibhausgasemissionen, einer Übernutzung des Wasserangebots und anderen negativen Auswirkungen führen.
Zielsetzung des Verbundvorhabens ist die interdisziplinäre Erforschung der ökonomischen, juristischen und ethischen Zusammenhänge von Landnahmen und deren Konsequenzen für eine nachhaltige ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung in den Zielländern. Es geht zum einen darum, im Rahmen von Feldstudien die Konsequenzen von Landnahmen vor Ort detailliert zu untersuchen, zum anderen sollen die Konsequenzen im Vergleich zu herkömmlichen ausländischen Investitionen analytisch herausgearbeitet werden. Daraus resultieren ethische Fragen, die im Bezug auf alle betroffenen Akteure kurz- und langfristig untersucht werden müssen. Die Ergebnisse aus der ökonomischen, rechtlichen und ethischen Analyse münden in Vorschläge für multilaterale Governance-Strukturen für Landnahmen, mit Blick auf nachhaltige Entwicklung.

Weitere Informationen sind hier zu finden.

Arslan, A., Khalilian, S., Lange, M. (2011). Dealing with the Race for Agricultural Land. Kiel Policy Brief, Nb.31.

Khalilian, S., Voget-Kleschin, L. (2011). The potential of standards and codes of conduct in governing large-scale land acquisition in developing countries towards sustainability. United Nations Sustainable Development Journal.