Abgeschlossene Projekte
- Nachwachsende Rohstoffe und Landnutzung
- Zertifizierzertifizierungung von Biokraftstoffen
- Biodiesel und Bioethanol in Kraftstoffmärkten
- Vergleich verschiedener Biokraftstoffoptionen
Nachwachsende Rohstoffe und Landnutzung (NaRoLa)
Das Projekt NaRoLa (Nachwachsende Rohstoffe und Landnutzung – Integration der Bioenergie in ein nachhaltiges Energiekonzept) wird vom BMBF finanziert. Projektpartner des Instituts für Weltwirtschaft sind dabei der Lehrstuhl für Ressourcen- und Umweltökonomik an der Universität Bonn und das Institut für Ländliche Räume des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (ehemals Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft).
Ziel des Projekts ist es, die aus dem verstärkten Anbau von Energiepflanzen resultierenden Landnutzungskonflikte und die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Bioenergienutzung besser zu verstehen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Deutschland, wobei gleichzeitig auch internationale Rückkopplungseffekte berücksichtigt werden. Wichtige Forschungsfragen drehen sich um die Konsequenzen der Bioenergienutzung auf die landwirtschaftliche Landnutzung und Produktion, den Faktoreinsatz und das Einkommen. Zudem werden die Umweltauswirkungen einer verstärkten Bioenergienutzung betrachtet werden. Eine weitere interessante Frage ist inwiefern die Ausdehnung der Bioenergieproduktion einen Beitrag zur Entwicklung ländlicher Räume leistet.
Um diese Fragen zu beantworten soll ein integrierter Modellverbund aus folgenden Modellen bestehend entwickelt werden: Das DART Modell des IfWs wird mit dem Regionalisierten Agrar- und UMweltInformationsSystem RAUMIS, das den deutschen Agrarsektor und die dortige Landnutzung detailliert abbildet, gekoppelt. In der Modellkopplung sollen Neuentwicklungen in der Biokraftstofftechnologie und Standortentscheidungen für Großanlagen berücksichtigt werden, letzteres durch ein neu entwickeltes Standortmodell, das den Modellverbund vervollständigt. Die so gewonnenen Forschungsergebnisse sollen dazu dienen Politikempfehlungen zur Integration der Bioenergie in ein nachhaltiges Energiesystem zu formulieren. Besuchen Sie unsere Projekthomepage für weitere Informationen über NaRoLa.
Zertifizierung von nachhaltigen Rohstoffen
Für das Zertifizierungsprojekt ISCC (International Sustainability & Carbon Certification) leitet das meó Consulting Team ein internationales Projektkonsortium, an dem auch das Institut für Weltwirtschaft beteiligt ist. Das ISCC wird durch eine Zuwendung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz / Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.
Mit der wachsenden Marktrelevanz von Biokraftstoffen und der damit verbundenen zunehmenden Verwendung landwirtschaftlicher Rohstoffe für deren Produktion, hat die Diskussion um die Nachhaltigkeit an Bedeutung gewonnen. Bislang besteht ein globaler Rohstoffmarkt, der zwischen nachhaltiger und nicht-nachhaltiger Produktion nicht differenziert. Anreize für eine nachhaltige Produktion werden damit nicht gesetzt. Die Forderung der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien ist sinnvoll, um dieses Marktversagen zu korrigieren. Besondere Aktualität und Relevanz hat das Thema in Deutschland durch das Biokraftstoffquotengesetz und in der EU durch die Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien und der Richtlinie zur Kraftstoffqualität gewonnen.
Gesamtziel des Vorhabens ist der Test eines international ausgerichteten, pragmatischen Zertifizierungssystems, das den administrativen Aufwand möglichst gering hält, die Gefahr nicht nachhaltiger Erzeugung reduziert und als Nachweis der Treibhausgas(THG)-Emissionen von Biokraftstoffen über den Lebenszyklus verwendet werden kann.
Das Gesamtkonzept adressiert die zentralen Herausforderungen bezüglich Nachhaltigkeit und Treibhausgasreduzierung. Es versucht nicht, möglichst viele Nachhaltigkeitsthemen in das System zu integrieren, sondern fokussiert bewusst auf die in Verordnungen bzw. Richtlinien aufgeführten wirklich drängenden Probleme, um diese dann auch konsequent anzugehen.
Kernaufgaben des Projektes sind:
• Prozessentwicklung zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit in einer Wertschöpfungskette unter Berücksichtigung unterschiedlicher Chains of Custody. Lieferketten in der EU27, in Brasilien, Argentinien, Malaysia und Indonesien werden im Projekt erfasst.
• Konkrete Berechnung von THG-Emissionen (Berechnungsmethodik, Default Values für Biomasse und Biokraftstoffe, regional differenziert).
• Aufbau von Verifizierungs- und Monitoringelementen (Zertifikate, Registratur, Flächenerfassung)
• Entwicklung und Test einer Handelsplattform für ein noch zu bestimmendes Zertifizierungssystem
• Entwicklung und Test für ein Meta-System zur Harmonisierung verschiedener Zertifizierungssysteme (inkl. Organisation und Prozesse)
• Aufbau und Operationalisierung von pflanzen- und regionsspezifischen Mindeststandards zur Zertifizierung
• Validierung des Zusammenspiels der verschiedenen Systemkomponenten
Biodiesel und Bioethanol in den Kraftstoffmärkten
Dieses Projekt analysiert die Produktion und die Nutzung der zwei Biokraftstoffe Biodiesel und Bioethanol, die bereits in den deutschen und europäischen Kraftstoffmärkten existieren. In Deutschland hat Biodiesel ein Marktanteil von 4% im Dieselmarkt und auch Bioethanol als ein Substitut für Benzin wird vermehrt genutzt. Das Ziel des Projekts ist es ökonomischen Folgen und Rückkopplungsmechanismen der Förderung und der Nutzung von Biokraftstoffen in Deutschland abzuschätzen. Dies wird für den Agrarsektor, die Biokraftstoffindustrie und die Mineralölindustrie gemacht. Außerdem werden klimapolitische Aspekte der Biokraftstoffförderung und die internationale Wettbewerbsfähigkeit von in Deutschland produziertem Biokraftstoff bewertet.
Vergleich verschiedener Biokraftstoffsoptionen
Ein wichtiger Aspekt der Klima- und Energiepolitik ist das Angebot von erneuerbaren Energiequellen. Der energetische Gebrauch von Biomasse wird als Alternative betrachtet, die Treibhausgasemissionen reduzieren kann und von der Knappheit der begrenzten fossilen Energiequellen befreit. Des weiteren soll die Nutzung von primären Agrarprodukten für die Produktion von Energie einen alternativen Distributionskanal erschaffen und Druck von den Agrarmärkten nehmen.
Biokraftstoffe sind eine Möglichkeit für die Nutzung energetischer Biomasse. Heute sind in vielen Ländern schon zwei Biokraftstoffe, Biodiesel und Bioethanol, die hauptsächlich aus Raps und Weizen, Zuckerrüben oder Rohrzucker hergestellt werden auf dem Markt. In Deutschland hat Biodiesel einen Marktanteil von 4% im Dieselkraftstoffmarkt. Außerdem werden weiter Biokraftstoffe mit einer breiteren Ressourcenbasis entwickelt. In den meisten Ländern wird die Einführung von Biokraftstoffen stark subventioniert und die nationalen Märkte sind stark geschützt. Allerdings variieren Produktionskosten, Produktionspotential, ökologische Effekte und Treibhausgasvermeidungskosten beträchtlich zwischen Ländern und zwischen den verschiedenen Biokraftstoffen. Das Projekt soll die ökologische Effektivität, die Effizienz, das Potential und die Marktschancen und Rahmenbedingungen für die Nutzung verschiedener Biokraftstoffe vergleichen und zu Vorschlägen für eine Biokraftstoff Politik führen.