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11.02.2012
 
 
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Ökonomische Bewertung des Ozeans

Die Menschheit nutzt die Ökosystemdienstleistungen des Ozeans in vielerlei Hinsicht, ohne dass dies bisher systematsich in ökonomische Betrachtungen einfließt. Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Bewertung der verschiedenen Ökosystemdienstleistungen der Ozeane in ökonomischen Modellen, wobei die folgenden Themen bearbeitet werden:

 


Kohlenstoffmanagement                                                                 nach oben  

Die Geschwindigkeit der Zunahme des CO2-Bestandes in der Atmosphäre wird zum Einen durch die ökonomische Aktivität und die CO2-Intensität der globalen Wirtschaft, zum Anderen aber auch durch die Effektivität der natürlichen CO2 Senken, d.h. der terrestrischen Biosphäre und der Ozeane, bestimmt. Managementoptionen für die terrestrische Biosphäre sind bereits im Kyoto Protokoll enthalten. Die Höhe des langfristigen CO2-Stabilisierungsniveaus und der dazugehörige Zeitpfad werden jedoch im Wesentlichen durch den ozeanischen Kohlenstoffkreislauf bestimmt, dessen Managementoptionen in ökonomischen Analysen bislang kaum berücksichtigt werden.

Die externen Kosten des anthropogenen Ausstoßes von Treibhausgasen werden unterschätzt, wenn Auswirkungen wie die Versauerung der Ozeane nicht entsprechend internalisiert werden. Als Folge wird in einer Kosten-Nutzen Analyse ein möglicherweise zu hohes Stabilisierungsniveau für den CO2-Gehalt in der Atmosphäre ermittelt. Außerdem bestimmt der Ozean entscheidend den Risikogehalt des jeweiligen Emissionspfads, wenn Reaktionen wie die Veränderung der thermohalinen Zirkulation oder die Destabilisierung von Methanhydraten miteinbezogen werden. Der Ozean hat aber auch das Potential, die Kosten für die Vermeidungsmaßnahmen maßgeblich zu beeinflussen, wenn die Möglichkeit der CO2-Deponierung im Ozean berücksichtigt wird.

Wichtige Forschungsfragen sind:

  • Kann durch die Abscheidung und Injektion von anthropogenen CO2 in die Tiefsee (Ozean-Sequestrierung) ein effizienter Beitrag zur Verringerung des Klimawandels geleistet werden?
  • Kann durch die Einbringung von Eisensulfat (Eisendüngung) die Senkenfunktion des Ozeans erhöht werden, so dass ein effizienter Beitrag zur Verringerung des Klimawandels geleistet wird?
  • Welche Auswirkungen hat die zunehmende Versauerung des Ozeans und die damit einhergehende Veränderung der biologischen Bedingungen auf die kommerzielle Nutzung der Ressourcen des Ozeans?
  • Welche zusätzlichen Risiken durch eine Veränderung des Ozeans müssen in eine Bewertung des Klimawandels und der daraus abgeleiteten Klimapolitik berücksichtig werden?

 

Energetische und mineralische Rohstoffe                            nach oben

Der Ozean stellt eine wichtige Quelle für nicht-erneuerbare Rohstoffe dar. Während heute bereits Öl und Gas vom Meeresgrund gefördert werden, könnte in Zukunft auch der Abbau mineralischer Rohstoffe wie z.B. Kupfer, Zink, Gold und Silber interessant werden. Eine optimale Nutzungsstrategie dieser marinen Ressourcen­potentiale muss dabei auch mögliche negative Umweltaspekte mit betrachten. Klimatisch bedingte Veränderungen führen außerdem dazu, dass in Zukunft neue marine Ressourcenpotentiale erschlossen werden können. So wird in Zukunft der Abbau von Öl und Gas auch in der Arktis wirtschaftlich möglich sein. Dies lässt die Frage aufkommen, wie der Abbau dieser arktischen Ressourcenbestände internationale Energiemärkte beeinflussen könnte.

Wichtige Forschungsfragen sind:

  • Welche Potentiale an mineralischen Ressourcen birgt der Ozean? Wie können diese Ressourcenpotentiale, auch vor dem Hintergrund möglicher Umweltauswirkungen, optimal genutzt werden?
  • Wie verändern sich die Weltenergiemärkte im Zuge der durch den Klimawandel entstehenden Möglichkeit, in der Arktis Öl und Gas zu fördern? Welche Auswirkungen resultieren für die Wohlstand und die Energiesicherheit der Energieimporteure?

 

Transport                                                                              nach oben

Die Ozeane stellen darüber hinaus einen der wichtigsten Verkehrsträger für den Welthandel dar. Mit steigendem Seeverkehrsaufkommen steigen allerdings auch die absoluten Treibhaus­gas­emissionen der Welthandelsflotte stark an. Dadurch stellt sich zunächst die Frage, wie diese Emissionen effizient begrenzt und reguliert werden können. Diese Fragestellung wird verkom­pli­ziert durch die Tatsache, dass es sich beim internationalen See-schiffsverkehr um grenz­überschreitende Aktivitäten handelt, was interna-tionale Koordination erforderlich macht.

Wichtige Forschungsfragen sind:

  • Wie können die Treibhausgasemissionen der Welthandelsflotte reguliert werden? Welche ökonomischen Konsequenzen würden sich aus einer Integration in ein internationales Emissionshandelssystem ergeben? Ist eine Integration überhaupt rechtlich möglich und politisch durchsetzbar?

 


Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft"                                 nach oben

Die Betrachtung dieser Fragestellungen, die die aktuelle und zukünftige Nutzung der Ozeane durch den Menschen betreffen, erfordert einen interdisziplinären Forschungsansatz. Die Möglichkeit dazu bietet das von der DFG bewilligte Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" mit einem in Deutschland einmaligen Forschungsansatz: Meeres-, Geo- und Wirtschafts-wissenschaftler sowie Mediziner, Mathematiker, Juristen und Sozial­wissen­schaftler bündeln ihre Expertise und untersuchen gemeinsam den Ozean- und Klima­wandel. Das Forschungsprogramm will ein umfassendes Verständ-nis des Ozeans schaffen, welches für solide Leitlinien für die Entscheidungs-träger notwendig ist. Es wird das Profil der Universität als führendes europäisches Zentrum für die Erforschung der Meeresumwelt stärken und ausbauen. Das Institut für Weltwirtschaft ist Teil dieses Kieler Excellenzclusters. Der Forschungsbereich „Umwelt und natürlich Ressourcen“ ist innerhalb des Clusters im Bereich „Ozeanwandel“ unter der Themenbezeichnung „A7: Ökonomische Bewertung des Ozeans im Kohlenstoff­kreislauf“ eingeordnet (siehe Graphik).

Klicken Sie hier, um zur Hompepage des "Ozeans der Zukunft" zu gelangen. 

 

Organigramm.jpg

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