Sections
Personal tools
13.03.2010
 
 
Document Actions

Die internationale Arbeitsteilung

 

Das übergeordnete Ziel der Forschung in diesem Bereich besteht darin, wesentliche Aspekte der internationalen Arbeitsteilung bei fortschreitender Globalisierung empirisch zu analysieren. Auf diese Weise wollen wir dazu beitragen, zu überzeugenderen Antworten auf globalisierungsbedingte Herausforderungen zu kommen. Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf den Determinanten und Effekten von Outsourcing und Offshoring durch internationalen Handel und ausländische Direktinvestitionen auf weltweiter und regionaler Ebene, d.h., auf Aspekten der Globalisierung, die sowohl in Wissenschaft als auch in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden:

  • Ausländische Direktinvestitionen werden von immer mehr Ländern als Erfolg versprechender Weg angesehen, sich in die globale Arbeitsteilung einzubinden. Die relative Bedeutung der Determinanten von Direktinvestitionen – und dabei vor allem die Wirksamkeit spezifischer Fördermaßnahmen der Gastländer – sind aber weiterhin umstritten. Gleiches gilt für die Frage, ob und unter welchen Bedingungen ausländische Direktinvestitionen die gewünschten Effekte haben und in den Entwicklungsländern wirtschaftliche Aufholprozesse begünstigen. Empirische Einsichten in dieser Hinsicht wären angesichts des verschärften Wettbewerbs um Direktinvestitionen von erheblicher wirtschaftspolitischer Relevanz.
  • Die Firmen- und Arbeiterheterogenität ist wesentlich für die Analyse der Auswirkungen der Globalisierung auf Anpassungen bei Firmen und bei Beschäftigten. Große Firmen-Paneldatensätzen sollen dazu benutzt werden, die Verbindung zwischen Exporten, Outsourcing und ausländischen Direktinvestitionen sowie den Anpassungsprozeß der Firmen hinsichtlich Änderungen in der Produktivität, Löhnen oder Beschäftigungsniveaus zu analysieren. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen der Globalisierung für Arbeitnehmer untersucht werden. Dazu werden Daten für individuelle Arbeitnehmer mit Industriedaten zu internationalen Outsourcing-Aktivitäten kombiniert. 
  • Die Auswirkungen von Handel und Direktinvestitionen auf die internationalen Spezialisierungsmuster sollen analysiert werden, indem wichtige Aspekte der Wachstumstheorie und der Handeltheorie verbunden werden. Aus konzeptioneller Sicht beinhalten Begriffe wie Strukturwandel und „Grand Transition“ die Effekte des technischen Fortschritts auf den internationalen Faktorpreisausgleich und die sektorspezifischen Änderungen in der Produktions- und Beschäftigungsstruktur, die beide Teil eines generellen Musters des Wandels im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung sind. Diese systematischen strukturellen Veränderungen sollen sowohl auf weltwirtschaftlicher Ebene als auch auf der Ebene spezifischer Ländergruppen und Regionen untersucht werden. Wir versprechen uns davon relevante Einsichten zur öffentlichen Debatte über die Verteilungskonflikte, die mit der zunehmend globalen Arbeitsteilung einhergehen.
  • Die europäische Integration bildet einen wichtigen Teil der Forschung in diesem Bereich, weil eine Reihe der Anpassungsprozesse, die der Globalisierung zugeschrieben werden, auf der Ebene europäischer Regionen schon längere Zeit zu beobachten sind. Zum einen sollen die Konsequenzen der europäischen Integration im Hinblick auf die Polarisierung wirtschaftlicher Aktivitäten analysiert werden. Mit Hilfe neuer Maße zur industriellen Konzentration und regionaler Spezialisierung soll empirisch abgeschätzt werden, wie sich die sinkenden räumlichen Transaktionskosten auf die räumliche Verteilung der Beschäftigung in Europa auswirken. Zum anderen soll untersucht werden, inwieweit die Ausstattung Mittel- und Osteuropas mit Verkehrsinfrastruktur den Anforderungen gerecht wird, die Produktionsverlagerungen westeuropäischer Unternehmen in das nahegelegene mittel- und osteuropäische Ausland („Outsourcing und Offshoring“) an sie stellen. Vor dem Hintergrund einer Analyse der Entwicklung von Infrastruktur- und Logistik-Netzwerken in den neuen Mitgliedstaaten der EU sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, ob der aktuelle Zustand der Verkehrsinfrastruktur noch ein Hindernis für die Verlagerung von Produktionsstätten nach Mittel- und Osteuropa darstellt. 

Insgesamt gesehen widmet sich die Forschung in diesem Bereich also zwei miteinander verbundenen Fragen. Erstens: Wie kann es gelingen, eine zunehmende Zahl von Ländern in die globale Arbeitsteilung zu integrieren, ohne dass sich die Einkommensdiskrepanzen zwischen den Ländern ausweiten? Zweitens: Wie kann es gelingen, die Spezialisierungsmuster in den sich integrierenden Ländern anzupassen, ohne dass die Einkommensdiskrepanzen innerhalb dieser Länder zunehmen?

 

Projects

Recent Publications