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19.06.2013
 
 
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Globale Gesundheitsökonomie

Politische Prioritäten für das 21. Jahrhundert verstehen

In diesem Forschungsprogramm beschäftigen wir uns mit der technologiegetriebenen globalen Gesund­heits­ökonomie, in der nationale Gesundheitspolitik oft nicht mehr effektiv und effizient ist.  Hauptthemen dieses interdisziplinären Vorhabens sind die Auswirkungen von Globalisierung und technologischem Wandel auf gesundheits­relevantes Konsumentenverhalten, die empirische Diskrepanz  zwischen privaten und sozialen Anreizen in der Erzeugung und Anwendung medizinischer Technologie und die Praxis medizinischer Entschei­dungen.

Medizinische Technologien, insbesondere neue Medikamente und Medizintechnik, werden oft unter stark steigenden Skalenerträgen entwickelt, produziert und zur Anwendung gebracht.  Die Globalisierung ermöglicht die bessere Ausnutzung der Skalenerträge und kann daher helfen, sowohl die Anreize für die Technologieentwickler als auch den Zugang für Patienten weltweit zu verbessern.  Viele Länder aber verfolgen nach wie vor eine nationale Gesundheitspolitik, die in erster Linie auf die Begrenzung von Ausgaben zielt, ohne den Wert einer steigenden Lebenserwartung und Lebensqualität zu berücksichtigen, die der Einsatz neuer medizinischer Technologien vielfach ermöglicht.  Zu den fragwürdigsten gesundheitspolitischen Maßnahmen einzelner Länder gehören mehr oder weniger willkürliche Preiskontrollen und Zugangsrestriktionen für versicherte Patienten. 

Unser Forschungsprogramm will neue Möglichkeiten aufzeigen, wie private und öffentliche Investitionen im Gesundheits­wesen effizienter gemacht und Zugangshürden für neues Wissen und neue Technolo­gien abgebaut werden können. Wir glauben, dass politische Strategien, die ökonomische Effizienz mit sozialer Gerechtigkeit im Zugang zu Gesundheits­leistungen vereinbaren, die globale Gesundheitsökonomie zu einer treibenden Kraft für wirtschaftliche Entwicklung, Wachstum und Konvergenz der Lebens­standards im 21. Jahrhundert machen können.  Die europäische Gesundheitspolitik mit ihrer Betonung von Gerechtigkeit und Effizienz kann daher ein Modell zur Entwicklung von Gesundheitssystemen weltweit werden – insbesondere in Asien, wo es eine ähnliche Präferenz für soziale Kohäsion gibt.

Im Einzelnen zielt unser Forschungsprogramm darauf,

  • die Informationsbasis für gesundheitsrelevantes Konsumenten¬verhalten zu verbessern, insbesondere bei der Wahl des Renteneintrittsalters;
  • die Nachfrage nach medizinischer Versorgung und Krankenversicherung in der alternden Gesellschaft zu prognostizieren;
  • die Rolle nationaler und globaler öffentlicher Güter bei der Bewältigung gesundheitlicher Ungleichheiten zu erkennen;
  • neue Möglichkeiten zur Reform nationaler Gesundheitssysteme, zum Beispiel in Deutschland, aufzuzeigen;
  • die medizinische Versorgung und Krankenversicherungsmärkte in Europa besser zu integrieren;
  • die Welthandelspolitik mit Hinblick auf handelbezogene intellektuelle Eigentumsrechte, dem Handel mit Gesundheitsprodukten – wie Lebensmitteln und Arzneimitteln – sowie den Handel mit Krankenversicherungsleistungen zu informieren; und
  • das Potential von Finanzmarktinnovationen in der Allokation gesundheitsbezogener Risiken national und international zu erforschen und die sich daraus ergebenen Regulierungs¬anforderungen zu definieren.  

Unsere Strategie des Wissenstransfers umfasst Policy Clinics, die sich an Politiker und die interessierte Öffentlichkeit richten, sowie internationale Workshops und Forschungs¬konferen¬zen, die sich an andere Wissenschaftler richten. Dazu gehören insbesondere die ESF-IfW Conferences on The Global Health Economy und die European Doctoral Workshops on Health Economics, Social Medicine, and Health Policy. Darüber hinaus präsentieren wir unsere Ergebnisse auf etablierten Veranstaltungen Dritter, zum Beispiel dem regelmäßigen World Congress on Health Economics der International Health Economics Association und der World AIDS Conference der International AIDS Society.

Die aktuellen thematischen Schwerpunkte unserer Forschung sind (i) Financing Health Care,  (ii) Technology Policy in Health Care,  (iii) Health Systems in Aging Societies,  (iv) The Role of Medical Technology in the Demographic Transition of the 21st Century,  (v) Technological Change in the Global Health Economy,  (vi) The Rationale for International Health Policy,  (vii) AIDS in Eastern Europe und (viii) Cost-effective Treatment of HIV/AIDS in Sub-Saharan Africa.

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