Sections
Personal tools
21.05.2012
 
 
Document Actions

Ressourcen und Governance

Das Projekt untersucht den Zusammenhang zwischen Ressourcenreichtum, Einkommensverteilung und Governance. Analysiert werden vor allem ressourcenreiche Länder in Afrika und in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, in denen die Ausbeutung natürlicher Ressourcen die wirtschaftliche Entwicklung eher zu behindern scheint. Mit der Ausnahme von kurzen Perioden mit stark steigenden Rohstoffpreisen liegt sowohl das Wachstum als auch die Governance in diesen Ländern deutlich unter dem der rohstoffarmen Länder. Die Folge sind häufig politische Instabilität und interne Konflikte. Dafür werden zahlreiche Gründe diskutiert: Dutch Disease Effekte aufgrund einer Diskriminierung der übrigen Wirtschaftssektoren, makroökonomische Instabilität aufgrund schwankender Rohstoffpreise und Verteilungswirkungen der Rohstoffrenten, die entweder autokratische Regierungen stabilisieren oder zu offenen Verteilungskonflikten führen. Verteilungskonflikte und schlechte Governance verstärken wiederum die Fehlallokation von Ressourcen und zementieren eine negative Stabilität, die durch Autokratie und Armut gekennzeichnet ist.

Das Projekt konzentriert sich auf die polit-ökonomischen Aspekte des ressourcenbasierten Wachstums. Hierzu werden sowohl Makro-Mikro-Simulationen und Panel Analysen als auch vergleichende Länderstudien durchgeführt.

Die zentralen Fragen des Projekts lauten: 

  • Wie kann die negative Stabilität in rohstoffreichen Ländern überwunden werden? 
  • Welche treibenden Kräfte eines solchen Wandels können im Inland oder im Ausland identifiziert werden? 
  • Wie wirken diese internen und externen Akteure zusammen?

Im Zentrum der Analyse stehen die Rolle der Fiskalpolitik und der externen Akteure. Durch eine geeignete Fiskalpolitik könnten grundsätzlich negative Folgen der ressourcenbasierten Entwicklung auf die Einkommensverteilung und die Armut ausgeglichen werden. Tatsächlich wird aber eher die negative Stabilität durch eine Verteilung der Ressourcenrenten zugunsten von Eliten gefördert, um Systeme schlechten Regierens zu unterstützen. In diesem Zusammenhang sollen zwei Fragen beantwortet werden:

  • Was sind die Verteilungswirkungen einer Regime stützenden im Vergleich zu einer Armut mindernden und Entwicklung fördernden Fiskalpolitik? 
  • In welcher Weise stützen Ressourcenbooms die Implementierung und Absicherung entwicklungshemmender Politiken?

Externe Akteure, d.h. benachbarte Länder oder regionale Integrations- gemeinschaften, können das Regierungshandeln auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Die politische Ökonomie der Durchsetzung von Reformen kann entweder durch Konditionalität verbessert werden, die Kooperation für gutes Regieren anbietet, oder durch eine an der Ressourcenausbeutung orientierte Kooperation verschlechtert werden. In diesem Zusammenhang sollen zwei Fragen beantwortet werden: 

  • Wie kann durch geeignete Konditionalität von Kooperationsvereinbarungen ein besseres Regieren erreicht werden? 
  • In welcher Weise werden Kooperationsvereinbarungen im Rahmen regionaler Integration bzw. von Nachbarschaftsbeziehungen durch den Ressourcenreichtum beeinflusst?

Recent Publications

The Team
IfWWebpageObjects_label_internal
assoziert
Dr. Clemens Breisinger
Dr. Andrea Gawrich