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11.02.2012
 
 
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Migration und Rücküberweisungen

 

Seit jeher verlassen Menschen ihre Heimat auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen. Heutzutage sind internationale Migrationsströme vor allem auf die enormen Lohnunterschiede zwischen den einzelnen Ländern zurückzuführen. Mehr als 200 Millionen Menschen leben derzeit außerhalb ihres Geburtslandes. Jedes Jahr senden sie Geldtransfers im Wert von mehr als 300 Milliarden US$ an ihre Familien in den Heimatländern. Internationale Arbeitsmigration hat wichtige wirtschaftliche, politische und soziale Folgen sowohl für die Ziel- also auch für die Herkunftsländer; dennoch ist sie die am wenigsten erforschte Seite der Globalisierung.

Im Mittelpunkt unserer Forschung stehen die Auswirkungen internationaler Migration auf die Migranten selbst, auf ihre Familien und Gemeinden und auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Herkunftsländern. Letztlich wollen wir damit zur Gestaltung einer Migrationspolitik beitragen, die das große entwicklungspolitische Potenzial von internationaler Arbeitsmigration voll ausschöpft. Der geografische Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf Mexiko und auf den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die als repräsentativ für die Herkunftsländer von Migranten in den USA beziehungsweise Europa angesehen werden können.

  •  Rücküberweisungen, Ungleichheit und ländliche Entwicklung

Rücküberweisungen können prinzipiell die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben und armutsmindernd wirken. Die Armutsminderung wird jedoch geringer ausfallen, wenn die Rücküberweisungen vor allem reicheren Haushalten zufließen. Vor diesem Hintergrund untersucht dieses Projekt die Auswirkungen von Rücküberweisungen auf die Einkommensverteilung in ländlichen Gegenden Mexikos. Außerdem wird untersucht, inwieweit Rücküberweisungen für produktive Investitionen verwandt werden und welche Armutseffekte daraus folgen.

  • "Social and collective remittances"

Im Ausland sind Migranten in der Regel einem anderen politischen System und einer anderen Kultur ausgesetzt. Vermutlich nehmen Migranten diese Werte zumindest teilweise auf und geben sie an ihre Familien und Freunde im Herkunftsland weiter. Solche Wertetransfers können eine wichtige Rolle für den politischen und sozialen Wandel in Gemeinden mit hoher Abwanderung spielen. Dieses Projekt untersucht, wie die Emigration aus der Republik Moldau nach Russland und Westeuropa das Wahlverhalten in den Heimatgemeinden verändert. Desweiteren wird der Frage nachgegangen, in welchem Grade Migration und Rücküberweisungen zur Initiierung und Finanzierung von kommunalen Investitionsprojekten beitragen.

  • Menschenhandel und Ausbeutung von Migranten

Die wachsende, aber unbefriedigte Nachfrage nach legalen Migrationsmöglichkeiten hat einen Nährboden für Kriminelle und ausbeuterische Arbeitgeber geschaffen. Dieses Projekt untersucht für den Fall der Republik Moldau, welche Migranten Opfer von Menschenhandel oder schweren Formen der Ausbeutung werden und warum. Ein besonderer Fokus liegt auf Rekrutierungswegen und der Rolle von sozialen Netzwerken.

Projektpartner: J. Edward Taylor (UC Davis), Christoph Trebesch (LMU München), Internationale Organisation für Migration (Moldawien)

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