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11.02.2012
 
 
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Handel und Entwicklung

Handelsintegration ist eine der zentralen Determinanten von wirtschaftlicher Entwicklung. Handel hat insbesondere einen starken Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, das wiederum notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für Armutsminderung ist. Dieser Einfluss lässt sich mit vier zentralen Transmissionskanälen erklären. Erstens, ergeben sich aus Handel Spezialisierungsgewinne durch die Reallokation von Ressourcen in Sektoren mit komparativen Vorteilen. Zweitens intensiviert Handel den Wettbewerb, erschwert das Überleben ineffizienter Unternehmen und erhöht somit die Effizienz der Volkswirtschaft. Drittens ermöglicht Handel den Zugang zu und Austausch von neuen Technologien. Gerade dieser Kanal ist für Entwicklungsländer von herausragender Bedeutung. Viertens kann Handel die "externe Disziplin" eines Landes verbessern, insbesondere in Bezug auf die Wirtschaftspolitik. Allerdings sind die Handelsgewinne nicht gleich zwischen verschiedenen ökonomischen Akteuren verteilt. Außerdem können erhebliche (soziale) Anpassungskosten entstehen. In der kurzen bis mittleren Frist kann es daher auch durchaus Verlierer einer Marktöffnung geben. Ziele unserer Forschung in diesem Bereich ist es, diese Gewinne und Verluste zu identifizieren und zu quantifizieren. Dies geschieht im Rahmen der folgenden Projekte:

  • Die Verteilung der Handelsgewinne zwischen Haushalten

Einzelne Sektoren können sehr unterschiedlich von Handelsreformen betroffen sein. Während Beschäftige in boomenden Sektoren von Handel profitieren, kann es in anderen Sektoren im schlimmsten Fall zu Entlassungen kommen. Diese und andere Mechanismen können starke Auswirkungen auf die Einkommensverteilung und Armutsraten haben (negative oder positive), die in diesem Projekt analysiert werden.

  • Die Verteilung der Handelsgewinne zwischen Firmen

Handel leistet einen direkten Wachstumsbeitrag durch die Erhöhung der Effizienz von Firmen, die auf internationalen Märkten tätig sind. Dies kann auch auf indirektem Wege durch Spillovers zu nicht-exportierenden Firmen geschehen. Mit Blick auf Entwicklungsländer beschäftigt sich die Forschung in diesem Projekt daher mit den Auswirkungen von Handel auf die Produktivität von Unternehmen, den Determinanten der Tätigkeit auf internationalen Märkten und intra-industriellen Re-Allokation von Ressourcen infolge von Handelsschocks. 

  • Handelspolitik in Entwicklungsländern

In diesem Projekt wird die Handelspolitik in Entwicklungsländern, ihre Motivationen und Umsetzung analysiert. Insbesondere werden hierbei Exportförderungsprogramme, die Allokation von Subventionen und die Effizienz anderer Maßnahmen zur Exportförderung untersucht.

Projektpartner: Weltbank, University of Oxford

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