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11.02.2012
 
 
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Determinanten und Wirkungen der Entwicklungshilfe

 

Die jüngsten globalen Initiativen zur Armutsbekämpfung stellen einen massiven Anstieg der Entwicklungshilfe insbesondere für die ärmsten Länder Afrikas in Aussicht. Mit diesen Versprechungen einher geht die Befürchtung, dass durch stark wachsende Mittelzuflüsse die makroökonomische Stabilität, das Wirtschaftswachstum und damit letztlich auch die Armutsbekämpfung in den begünstigten Volkswirtschaften beeinträchtigt werden. Eine solche Beeinträchtigung kann über verschiedene Kanäle erfolgen. Wir untersuchen unter anderem, ob Entwicklungshilfe zu Dutch-Disease-Effekten führt und ob sie - etwa aufgrund mangelnder Geberkoordinierung - die Qualität der Regierungsführung in den Empfängerländern verschlechtert. 

Ein weiterer Grund für mangelnde Erfolge der Entwicklungshilfe kann darin liegen, dass die Geber nicht nur von altruistischen Motiven geleitet sind, sondern auch politische und ökonomische Eigeninteressen verfolgen. Ökonometrische Querschnitts- und Paneldatenanalysen sollen Aufschluss darüber geben, wie stark die Allokation der Entwicklungshilfe vom Eigennutz der Geber beeinflusst wird. In der Literatur zur Allokation der Entwicklungshilfe wird dabei häufig eine Unterscheidung getroffen zwischen offiziellen Gebern und Nichtregierungsorganisationen (NROs). Ursache hierfür ist die häufig geäußerte Vermutung, dass NROs sich stärker als staatliche Geber an der Bedürftigkeit der Empfänger orientieren. Um zu testen, ob sich diese These empirisch belegen lässt, werden ökonometrische Analysen zu den Determinanten der Mittelvergabe zahlreicher NROs aus verschiedenen Geberländern durchgeführt.

Obwohl sich kein eindeutig positiver Zusammenhang zwischen Entwicklungshilfe und Wirtschaftswachstum nachweisen lässt, wäre es voreilig, daraus den Schluss zu ziehen, dass die Entwicklungszusammenarbeit insgesamt ineffektiv ist. Die meisten bisherigen Studien sind nämlich nur eingeschränkt aussagekräftig, weil sie auf aggregierten Daten zur Entwicklungshilfe basieren und darüber hinaus nicht berücksichtigen, dass neben dem Wirtschaftswachstum auch andere Ziele – etwa die Millenniumsziele der Vereinten Nationen – in die Entscheidungen der Geber einfließen. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir mittels ökonometrischer Paneldaten-Verfahren, ob Entwicklungshilfe in spezifischen Sektoren (z.B. Bildung) zur Erreichung der entsprechenden Millenniumsziele (z.B. höhere Einschulungsraten) beigetragen hat. Gleichzeitig gehen wir der Frage nach, ob die Geber ihrer Rhetorik entsprechend handeln und sich an den Millenniumszielen orientieren.

 

Projektpartner: Axel Dreher (Universität Heidelberg); Hannes Öhler (Universität Heidelberg); Pablo Selaya (Universität Kopenhagen).

  

 

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